Augenprobleme - eine CMD kann die Ursache sein

 

braune Augen schauen nach oben bei cmd

Bei einer CMD (Craniomandibulären Dysfunktion) kommen meistens viele Symptome zusammen und daher ist es schwierig, dieses Krankheitsbild schnell zu diagnostizieren. Auch Augenprobleme können durch eine CMD verursacht werden, dennnicht selten wirkt sich die Kieferfehlstellung auch auf die Augen aus. Wir erläutern Ihnen im Folgenden, was eine CMD ist, welche Symptome sie im Augenbereich auslösen kann, was die Ursachen einer CMD sein können und wie eine CMD behandelt wird.

Was ist eine CMD?

Die Craniomandibuläre Dysfunktion bezeichnet eine Kieferfehlstellung, die sich aufgrund einer Funktionsstörung des Kausystems entwickelt. Diese Kieferfehlstellung betrifft die Zähne, die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke. Die häufigste Ursache einer CMD ist eine sogenannte Okklusionsstörung. Dies bedeutet, dass die Zähne des Ober- und Unterkiefers nicht mehr ideal aufeinandertreffen und sich miteinander verzahnen, wie sie es eigentlich sollten.

Hier reichen bereits 0,2 mm aus, um die beiden Kiefer in ein Ungleichgewicht zu führen. Durch die falsche Okklusion verschieben sich Ober- und Unterkiefer in eine Fehlstellung, in eine Art “Zwangsposition”. Diese versucht der Körper immer wieder zu kompensieren, wodurch Folgeschäden und Symptome entstehen, die nicht nur den Schädel und Nackenbereich eines Menschen, sondern seinen gesamten Körper betreffen können.

Eine CMD hat viele Gesichter

Dadurch, dass die Kaumuskulatur eng mit der Wirbelsäule verbunden ist, wirkt sich die CMD ganz unterschiedlich auf den Körper aus. Es können nahe Symptome wie Zahnschmerzen, Kieferschmerzen oder Beschwerden beim Schlucken und Kauen entstehen, es können aber auch ferne Symptome wie Tinnitus (stetiges Ohrgeräusch), Schwindel, Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen, Knieschmerzen, Beckenschiefstand und eben auch Probleme mit den Augen entstehen.

Die Symptome einer CMD können daher sehr vielfältig und nicht sofort als naheliegend erscheinen. Oftmals haben Patienten langjährige Beschwerden und viele Arztbesuche hinter sich, bis die CMD diagnostiziert wird. Denn jemand der chronische Rückenbeschwerden oder Schlafstörungen hat, wird nicht sofort an seine Zähne als Ursache denken.

CMD als Ursache für Augenprobleme

Eine CMD kann unterschiedliche Probleme mit den Augen und der Sicht bewirken. Hierbei sind zu nennen:

  • Schmerzen hinter den Augen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Doppelsehen
  • Augendruck
  • Augenflimmern
  • wechselndes Sehvermögen
  • Sehstörungen

Diese Symptome entstehen dadurch, dass der Muskel, der für die Vorwärts- und Seitwärtsbewegungen des Unterkiefers zuständig ist, auch mit der Augenwand in Verbindung steht. Dieser Muskel ist bei einer CMD fehl belastet und dadurch können unangenehme Druckgefühle hinter den Augen, Schmerzen und eben auch Sehstörungen und Lichtempflindlichkeiten auftreten.

Wie wird eine CMD festgestellt?

Immer dann, wenn mehrere Symptome gleichzeitig auftreten, liegt der Verdacht auf eine CMD nahe. Wenn ein Patient z.B. über dauerhafte Kopfschmerzen, Nackenverspannungen und Sehstörungen oder Lichtempfindlichkeiten klagt, kann eine CMD der Auslöser dieser Beschwerden sein. Tritt nur eines von vielen CMD-Symptomen auf, muss die CMD nicht die Ursache dieses Symptoms sein. 

Der Zahnarzt wird zunächst eine manuelle Funktionsanalyse durchführen, wenn er einen Verdacht auf CMD hat. Hierbei wird der Kiefer abgetastet und es werden weitere, kleine Tests durchgeführt. Deutet die manuelle Funktionsanalyse auf eine CMD hin, so gibt es auch die instrumentelle Funktionsanalyse. Diese wird mit speziellen computerunterstützten Messsystemen durchgeführt. Hierbei werden die Kiefergelenke, sowie die Okklusion genau vermessen und aufgezeichnet. Weitere Informationen zur Funktionsanalyse erhalten Sie in unserem Artikel.

Was sind die Ursachen einer CMD?

Eine CMD kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen können dies genetisch bedingte Kiefer- oder Zahnfehlstellungen sein oder angewöhnte, dauerhafte Haltungsschäden. Genauso können aber Veränderungen der Bisslage durch Zahnersatz, wie auch eine kieferorthopädische Behandlung eine CMD auslösen. Auch externe Einflüsse wie Unfälle können eine CMD bewirken.

Stress wird zudem häufig als weiterer Faktor genannt, der eine CMD begünstigt. Viele Menschen verarbeiten ihren Stress häufig, indem sie Nachts mit den Zähnen knirschen (Bruxismus). Dieses Zähneknirschen kann ebenfalls eine CMD hervorrufen. Da die Ursachen genauso vielfältig wie die Symptome sind, ist es wichtig, der Ursache auf den Grund zu gehen. Denn wenn lediglich die Symptome behandelt werden, führt die CMD Behandlung meist nicht zu einem dauerhaften Erfolg.

Die Behandlung einer CMD

Eine CMD wird immer individuell nach Fall behandelt, da sie sich bei jedem anders äußern kann. Grundsätzlich ist es natürlich wichtig, dass Symptome reduziert werden, aber auch dass die Ursache festgestellt und behandelt wird. Eine Aufbissschiene ist der zentrale Teil der CMD Behandlung, um so den Kiefer zu entlasten und wieder in seine richtige Position zu versetzen. Häufig müssen bei der CMD Therapie auch weitere Fachbereiche mit einbezogen werden, so z.B. Physiotherapeuten, die die Symptome mitbehandeln. Daher ist eine ganzheitliche CMD Behandlung immer ratsam. Wird die Ursache gefunden und behandelt, so ist von einem Erfolg der CMD Behandlung auszugehen.

Dr. Jan-Ole Clausen, Dr. Stefanie Clausen-Kestermann und Dr. Klaus-Peter Clausen freuen sich auf Sie!

In unserem CMD Zentrum finden Sie u.a. die Behandlungsmöglichkeiten und weitere Symptome einer Craniomandibulären Dysfunktion. Zudem finden Sie dort auch einen Selbsttest, mit dem Sie vorab schon einmal ausschließen können, ob bei Ihnen eine CMD vorliegen könnte, oder nicht.

 

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