Knieschmerzen und CMD

Knieschmerz und CMD

Eine CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) kann nicht nur zu Kopf- und Nackenschmerzen, Zähneknirschen, Schwindel oder Tinnitus führen, sondern sie kann sogar die Ursache für Knie- und Hüftprobleme sein. Wir erklären Ihnen im Folgenden, was eine CMD ist, was die Zähne mit den Knien zu tun haben und wie eine CMD behandelt wird.

Was ist eine CMD?

Eine CMD ist eine Fehlstellung der Kiefer zueinander. Ober- und Unterkiefer sitzen nicht korrekt aufeinander, sodass hier ein Ungleichgewicht entsteht. Die Ursachen können unterschiedlichster Art sein: Häufig entsteht eine CMD aufgrund von Stress, sodass die Zähne durch Zähneknirschen oder Pressen in eine unnatürliche Position geschoben werden. Aber auch Unregelmäßigkeiten in der Kauebene oder eine Regulation der Zahnstellung können eine CMD verursachen. Genauso kann eine CMD auch aufgrund eines Unfalls entstehen, der eine Kieferfehlstellung verursacht hat.

Die Fehlstellung der Kiefer zueinander verursacht eine ständige Spannung, was sich wiederum auf den gesamten Körper auswirken kann. So entstehen Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Tinnitus oder Schwindel. Denn die Kaumuskulatur ist eng mit der Wirbelsäule und so mit dem gesamten Haltungsapparat verbunden.

Was haben die Zähne mit den Knien zu tun?

Dadurch, dass die Wirbelsäule mit dem Kopf und sämtliche Muskeln untereinander über Faszien und Sehnen miteinander verbunden sind, kann sich eine Fehlstellung des Kiefers automatisch auch auf Knie oder Hüfte auswirken. Im Falle einer CMD ist eine “aufsteigende” von einer “absteigenden” Symptomatik zu unterscheiden. Bei der aufsteigenden Symptomatik sind zuerst Schmerzen im Knie oder der Hüfte vorhanden, und diese wandern dann nach oben Richtung Kiefer. Dies bedeutet, dass die Knieschmerzen zu einer Schonhaltung , einer Verspannung und zum Schluss zu einer CMD führen können.

Andersherum kann aber auch eine absteigende Symptomatik vorliegen. Dann wirkt sich die Kieferfehlstellung automatisch auf den weiteren Haltungsapparat aus und kann bis in das Knie oder die Hüfte hervor dringen. Eine Kieferfehlstellung kann also durchaus orthopädische Probleme auslösen. Unser Körper tendiert dazu, Verspannungen und Fehlstellungen immer ausgleichen zu wollen. Dies macht der Körper aus Selbstschutzgründen. So passiert es dann, dass aufgrund einer Kieferfehlstellung der Kopf schief gelegt wird, die Schultern hochgezogen werden und letztlich auch die Hüfte oder das Knie in eine Fehlstellung geraten. Dann ist der ganze Körper aus dem Lot, doch der Körper versucht, uns vor Schmerzen zu schützen.

Leider wird eine CMD als Ursache für Knie- oder Hüftprobleme häufig noch übersehen bzw. nicht in Betracht gezogen. Oftmals werden nur die Symptome von Schmerzen oder Fehlstellungen behandelt , statt nach den Ursachen zu suchen und diese zu therapieren. So kann eine jahrelange Odyssee an Arztbesuchen entstehen, die letztendlich aber nur die Symptome lindern, statt diese vollständig zu beseitigen. Der Zusammenhang zwischen Kiefer und Körper wird leider immer noch häufig übersehen.

Auswirkungen einer CMD auf Knie und Hüfte

Wird die CMD als Ursache für die Knieschmerzen oder Hüftprobleme nicht gefunden oder behandelt, so können weitreichende Folgen der Fall sein: Die Knochen und Gelenke können sich aufgrund der Fehlstellungen mechanisch abnutzen, woraus Arthrosen im Hüft- und Kniebereich, Hüft- und Beckenschiefstand oder sogar Bandscheibenvorfälle entstehen können.

Behandlung der CMD

In erster Linie muss natürlich die Ursache behandelt werden. Wenn die Knieprobleme also von den Kiefergelenken ausgingen (absteigende Symptomatik), dann müssen die Kiefer wieder in ihre richtige Position zueinander gebracht werden. Dies erfolgt mit einer Aufbissschiene, die immer wieder angepasst werden muss, bis die Kiefergelenke sich wieder in seiner natürlichen Position befindet. Es ist aber genauso wichtig, auch die Symptome zu behandeln. Daher sollte immer auch ein Orthopäde und/oder Physiotherapeut hinzugezogen werden, damit der Patient wieder vollständig beschwerdefrei wird. Eine ganzheitliche Behandlung ist bei einer CMD daher unumgänglich.

Es ist auf jeden Fall ratsam, bei langanhaltenden Knie- oder Hüftproblemen, dessen Ursachen nicht gefunden werden können, auch einen Zahnarzt aufzusuchen. Kennt sich dieser mit CMD aus, kann er mittels Funktionsanalysen feststellen, ob eine CMD vorliegt oder nicht.

In unserem Selbsttest können Sie vorab testen, ob eine CMD eventuell bei Ihnen vorliegen könnte. Wenn Sie die meisten der Fragen mit einem klaren “Ja” beantworten können, raten wir Ihnen einen Termin zu machen, um eine etwaige CMD ausschließen zu können.

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