Zahnfleischbluten - gefährlich oder harmlos?

Instrumente des Zahnarztes gegen Zahnfleischbluten

Wenn das Zahnfleisch blutet, ist dies meistens ein Zeichen für eine Entzündung oder Infektion im Mundraum. Gesundes Zahnfleisch blutet nicht, daher sollte immer der Ursache für das Zahnfleischbluten auf den Grund gegangen werden. Im Folgenden erläutern wir Ihnen die Ursachen von Zahnfleischbluten und wie es behandelt wird bzw. wie Sie gegen blutendes Zahnfleisch vorbeugen können.

Gründe für das blutende Zahnfleisch

Gesundes Zahnfleisch ist blass-rosa gefärbt, glatt und blutet nicht. Sobald das Zahnfleisch aber druckempfindlich wird, deutlich gerötet ist und sich uneben oder geschwollen anfühlt, ist es nicht gesund. Die häufigste Ursache für Zahnfleischbluten sind Entzündungen oder Infektionen im Mundraum.

Grund Nummer 1: Mangelnde Zahnhygiene

Mangelnde oder schlechte Mund - und Zahnhygiene ist eine der häufigsten Ursachen für das Zahnfleischbluten. Es können verschiedene Entzündungen entstehen, die ein blutendes Zahnfleisch verursachen. Dazu zählen die Zahnfleischentzündung (Gingivitis), eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) oder eine Mundschleimhautentzündung (Stomatitis).

Eine Parodontitis oder Zahnfleischentzündung können vor allem dann entstehen, wenn die Zahnzwischenräume und Zahnfleischtaschen nicht gründlich genug gereinigt werden und sich so besonders viele Bakterien und Keime dort ansiedeln. Diese provozieren wiederum Entzündungen. Wenn dann Druck auf das Zahnfleisch gerät, z.B. in Form der Zahnbürste oder durch das Essen, fängt es an zu bluten. Wichtig ist in diesen Fällen, auf eine umfassende Zahnhygiene zu achten, regelmäßig die Zahnzwischenräume zu reinigen, aber auch Zahnstein und Plaque vom Zahnarzt entfernen zu lassen. Eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt sollte daher regelmäßig erfolgen.

Grund Nummer 2: Zu wenig Flüssigkeit

Wenn Sie zu wenig trinken oder nachts zu stark durch den Mund atmen, weil Sie z.B. erkältet sind, kann dies ebenfalls zum Problem werden. Denn ein Mund mit zu wenig Speichel bringt die Mundflora aus dem Gleichgewicht. In einer gesunden Mundflora vermischen sich körpereigene Bakterien und Hefen sowie der Speichel des Menschen, in dem viele Enzyme und Antikörper vorhanden sind. Fehlt es nun an Speichel, so kann die intakte Mundflora dazu führen, dass Entzündungen im Mundraum entstehen und es wiederrum zu Zahnfleischblutungen kommt.

Grund Nummer 3: Medikamente und hormonelle Veränderungen

Auch einige Medikamente trocknen den Mund aus bzw. sorgen dafür, dass der Speichelfluss gehemmt wird. Hierzu zählen Antihistaminika, Antiepileptika, Diuretika, aber auch Antibiotika oder Glucocorticoide. Einige Medikamente greifen sogar direkt die Schleimhäute an, sodass hier Schleimhautentzündungen hervorgerufen werden können.

All diese Medikamente trocknen den Mund aus und können so Entzündungen des Mundraumes bewirken. Ebenso können hormonelle Veränderungen dafür sorgen, dass der Speichel gehemmt wird und Entzündungen im Mundraum entstehen. Hier können hormonelle Umstellungsphasen wie z.B. die Pubertät, die Schwangerschaft oder auch die Wechseljahre genannt werden. Aber auch der Monatszyklus der Frau kann den Speichelfluss verändern.

Behandlung und Vorbeugung von Zahnfleischbluten

Zahnfleischentzündungen lassen sich mit antiseptischen Lösungen zum Spülen gut behandeln. Eine Lösung aus Kamille oder Salbei ist eine gute Idee, aber auch Chlor-Hexetidin-Lösungen sind sinnvoll. Mit diesen sollte dann 2- 3 mal täglich gegurgelt werden. Auch desinfizierende Mundgele können bei Zahnfleischbluten Abhilfe schaffen.

Anders sieht es bei einer Parodontitis aus: Hier muss der Zahnarzt konsultiert werden, denn dieser hat Instrumente für die Säuberung der Zahnfleischtaschen und Zahnzwischenräume, über die Sie zuhause nicht verfügen. Eine regelmäßige Professionelle Zahnreinigung und das tägliche Verwenden von Zahnseide oder Interdentalbürsten für die Zahnzwischenräume kann einer Parodontitis vorbeugen. Ist die Parodontitis allerdings schon sehr weit fortgeschritten, kann eine medikamentöse Behandlung in Form von Antibiotikum zusätzlich notwendig sein.

Den Speichelfluss können Sie grundsätzlich dadurch anregen, dass Sie viel trinken (2,5 - 3 Liter täglich). Hier ist Wasser ohne Zusätze am besten. Zuckerhaltige Getränke können Entzündungen noch verstärken und sollten nicht dafür genutzt werden. Zudem sorgen Kaugummis und zuckerfreie Lutschbonbons ebenfalls für eine vermehrte Speichelproduktion. Bei einem trockenen Mund aufgrund von Medikamenten oder aus hormonellen Gründen sind daher das ausreichende Trinken und speichelanregende Maßnahmen wichtig.

Auch das Einnehmen von Vitaminen - insbesondere der Vitamine A, C und B-Vitaminen kann hilfreich sein, um die Schleimhäute zu unterstützen.

Ein gesunder Lebensstil kann Zahnfleischbluten reduzieren oder sogar verhindern

Grundsätzlich gilt: Stress, vor allem wenn er langanhaltend ist, sowie Rauchen und Alkoholkonsum sind Faktoren, die schlecht für die Schleimhäute sind und ebenso Zahnfleischbluten provozieren oder sogar verstärken können. Eine gesunde Lebensweise mit einer umfassenden Zahnhygiene kann also dafür sorgen, dass ihr Zahnfleisch und ihr Mundraum gesund bleiben.

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