Die Patientengeschichte

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

an dieser Stelle finden Sie eine Krankengeschichte einer Patientin aus unserer Praxis in Lübeck zur Behandlung von Ursachen und Symtomen einer CMD. Natürlich hat die Patientin ihr Einverständnis zur Veröffentlichung des von ihr selber verfassten Textes gegeben. Um den Text so authentisch zu halten, haben wir ihn nicht abgeändert, Zwischenüberschriften eingefügt oder durch Formatierungen (Unterstreichen, Fett-Drucken etc.) angepasst. Lediglich die Hauptüberschrift symbolisiert den Beginn ihrer Geschichte.

Meine Krankengeschichte oder besser formuliert mein Leidensweg


Im Vorfeld möchte ich erwähnen, daß immer wieder Probleme mit meinen Zähnen auftraten. Zum Beispiel ein eitriger Zahn, der bei mir nicht erkannt wurde, da lt. Aussage des behandelnden Zahnarztes bei mir keinerlei Schwellungen der Wange erkennbar waren. Nach drei Wochen starker Schnmerzen bohrte ein anderer Zahnarzt den besagten Zahn auf und  Eiter kam ihm entgegen. Auf alle Vorgänge, Ärzte und Therapeuten möchte ich hier nicht eingehen, denn dies würde den Rahmen sprengen. Schon sehr früh war mir klar, Amalgam im Mund kann nicht gesund sein. Damals war diese Art von Füllung aber noch gang und gäbe. Meine damalige Hausärztin, die sich auch mit alternativen Methoden beschäftigte, riet mir, einen Allergietest bei einem Hautarzt zu machen, denn wenn dieser positiv sei, würde die Krankenkasse alle Kosten einer Sanierung übernehmen. Ich ging zum Hausarzt, machte den Test und tatsächlich war dieser positiv. Ich reagierte allergisch auf Amalgam, Nickel und noch einige andere Substanzen. Der Hausarzt war sehr erstaunt und sagte mir, nur ganz wenige Menschen würden bei diesem Test positiv reagieren. Er stellte mir einen Allergieausweis aus und die Krankenkasse übernahm in der Tat alle Kosten der Sanierung. Mein Zahnarzt brummte zwar damals, dies wäre doch alles Blödsinn, aber er holte alle Amalgamfüllungen heraus und ersetzte diese durch Goldfüllungen. Ich freute mich und glaubte, ich hätte nun meinen Körper von dem Schwermetall entlastet. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, daß in jeder Goldfüllung auch in der Regel Palladium enthalten ist und dies wiederum eine allergische Kreuzreaktion mit Nickel bildet. Aber darauf gehe ich später ein.
Nun zu den wichtigsten Ereignissen meiner Krankengeschichte:

Anfang des Jahres 2010 kam es mal wieder zu Zahnschmerzen im Unterkiefer. Ich ging zu meinem Zahnarzt und nach einigen Behandlungen machte er eine Wurzelbehandlung, weil sich die Schmerzen nicht erfolgreich eindämmen ließen. Ich war sehr skeptisch, da er bei mir schon mal eine Wurzelbehandlung bei einem andere Zahn durchführte, dieser sich aber auch nach zwei Wurzelspitzenresektionen und immer wieder Gabe von Antibiotika nicht beruhigen ließ, so dass er letztendlich nach ungefähr einem Jahr mit Schmerzen und  erfolglosen Therapien ratlos den Zahn zog. Danach war ich schmerzfrei und bekam eine Brücke. Allerdings hörte auch bei dem oben genannten Zahn der Schmerz nach der Wurzelbehandlung nicht auf. Unter anderem war der Arzt auch nicht mehr in der Lage, das Schmerzgebiet adäquat zu betäuben. Die örtlichen Betäubungen zeigten nicht mehr die erwünschte Wirkung. Dabei stach er mir einmal in den Nerv und es kam zu einem blitzartigen Empfinden. Danach hatte ich kein Vertrauen mehr zu diesem Zahnmediziner.

Im Februar 2010 wechselte ich zu einer Zahnklinik mit Belegärzten in der Hoffnung auf Besserung. Dieser Dr. med. dent. empfahl mir auch hier eine Wurzelspitzenresektion. Als ich ihm erklärte, daß ich schon zwei erfolglose solcher Behandlungen bei einem anderen Zahn hatte, überredete er mich mit seinem fachlichen Wissen und sagte, es komme immer darauf an, wie man so etwas durchführe. Auch hier stellte sich nach kurzfristiger Besserung und erneutem Antibiotikaeinsatz kein dauerhafter Erfolg ein. Als der Zahn nach einiger Zeit zugemacht wurde, fing dieser wieder an zu toben. Es kam noch schlimmer, denn plötzlich bekam ich im Oberkiefer bei einem vor Jahren wurzelgefüllten Zahn auch Schmerzen. Ich fuhr wieder zu dieser Zahnklinik und auch jetzt empfahl man mir eine Wurzelspitzenresektion, die der dort  praktizierende Chirurg erneut durchführte. In meiner Verzweiflung stimmte ich wieder einmal zu. Natürlich besserte sich auch hier mein Zustand nicht. Aber die Situation im Oberkiefer war noch erträglich. Einigermaßen ratlos machte man noch einmal ein Röntgenbild und konnte keine Anzeichen für eine Entzündung entdecken. Der oben genannte Chirurg diagnostizierte dann einen atypischen Gesichtsschmerz und verwies mich an einen Schmerztherapeuten in einem in der Nähe gelegenen Krankenhaus. Ich bekam dort einen Termin und man wollte mich mit Opiaten und Psychopharmaka einstellen. Da ich mich leider mit solchen Medikamenten nicht anfreunden konnte und meinen Organismus nicht noch mehr belasten wollte, verwarf ich diesen Therapieansatz.

Ich wechselte mal wieder den Zahnarzt. Der machte ein Röntgenbild und zog mir den Zahn im Unterkiefer, mit der Aussage dieser wäre nicht mehr zu retten. Ich war erleichtert und hoffte auf Besserung. Die stellte sich leider nicht ein. Er säuberte mehrfach die Wunde, aber nichts half. Es wurde immer schlimmer. An einem der folgenden Wochenden hielt ich es nicht mehr aus und ging zu einem zahnärztlichen Notdienst. Der dort zuständige Mediziner war zunächst sehr verstimmt und erklärte mir unfreundlich, ich würde doch nicht zu seinem Einzugsbereich gehören und warum ich denn zu ihm kommen würde. Gnädig behandelte er mich dennoch und machte mal wieder ein Röntgenbild. Daurauf war dann ersichtlich, daß der vorherige Zahnarzt erhebliche Wurzelreste vergessen hatte und er entfernte diese. Mal wieder musste ich mich einer Antibiotikatherapie unterziehen. Die schlug jedoch leider nicht an. Zudem war ich sehr verärgert und stellte den Arzt, der die Wurzelreste vergessen hatte, zur Rede. Der erklärte mir daraufhin, so etwas könne schon mal passieren. Diese Aussage machte mich dann, man möge es mir verzeihen, sehr wütend und ich ging.

Die Schmerzen blieben und wurden immer schlimmer und meine Verzweiflung wuchs. Es folgten Versuche bei einigen Heilpraktikern und Therapieansätze meiner Hausärztin, aber nichts half. Irgendwann bekam ich einen Tipp von einer Angestellten meiner Hausärztin, ich möge doch Zahnarzt XYZ ausprobieren, denn der hätte einer Freundin ihrerseits sehr geholfen.

Mitte April 2010 wechselte ich zu diesem Zahnarzt und fühlte mich dort auch gleich sehr gut aufgehoben. Er säuberte den Bereich im Unterkiefer erneut und verschrieb mir hochdosiert Antibiotika und Ibuprofen. Nach einigen Wochen endlich beruhigte sich die Situation im Unterkiefer und die Schmerzen klangen langsam ab. Außerdem diagnostizierte besagter Arzt bei mir eine Metallunverträglichkeit und riet mir die vorhandenen Goldfüllungen schnellstmöglich zu entfernen und durch verträgliche Materialien zu ersetzen. Er erklärte mir, daß in diesen Palladium verwendet wird und ich solche Schwermetalle einfach nicht vertrage. Dies klang für mich plausibel, war es doch durch meinen Allergiepass belegt, wie ich anfangs schon erwähnte. In der Zwischenzeit verschlimmerte sich die Situation im Oberkiefer und die Schmerzen nahmen zu. Es wurde wieder geröntgt und mein nun behandelnder Zahnarzt entdeckte, der schon lange wurzelgefüllte Zahn war jetzt tatsächlich entzündet und zog ihn. Wieder einmal meinerseits die Hoffnung endlich schmerzfrei zu werden. Gleichzeitig drängte er auf eine baldige Entfernung der Goldplomben. Die sehr kostspielige Sanierung wurde vollzogen und bei dem Austausch einer Krone im Oberkiefer (neben dem gezogenen wurzelgefüllten Zahn) begannen nach einigen Tagen immer stärker werdende Schmerzen, welche unerträglich wurden. Er versuchte alles, aber die Situation verschlimmerte sich ständig. Auch dieser Zahn wurde gezogen, aber nichts wurde besser. Der Zahnarzt beharrte darauf, daß es sich hier um eine Trigeminusneuralgie handle, aufgrund der jahrelangen Vergiftung durch die Schwermetalle. Ich sagte ihm immer wieder, ich hätte das Gefühl, irgendetwas würde auf den Nerv drücken und ob es  sich hier um einen entzündlichen Prozess handeln könne. Er verneinte dies, denn auf Röntgenbildern war eben auch nichts mehr zu sehen und riet mir dringend zu einer Entgiftung bei einem Arzt in der Nähe, der diese durch Infusionen vollzöge. Nur dann würde alles besser. Durch diese Empfehlung geriet ich an einen wirklich tollen Menschen, der mir unbedingt helfen wollte. Er wußte, wovon ich redete, litt er doch selber einmal ein halbes Jahr an einer Trigeminusneuralgie. Diese Infusionen waren sehr teuer, aber er half mir trotzdem selbstlos weiter. Leider stellte sich auch hier keine dauerhafte Besserung ein. Es war richtig, die für mich belastenden Metalle zu entfernen, nur  war mir irgendwann klar, es ging nicht nur um die Vergiftung, denn dann hätte nach 12 Infusionen meiner Meinung nach eine Besserung eintreten müssen. Mir ging es immer schlechter und die Situation wurde für mich unerträglich. Wenn es auf einer Schmerzskala 10 gibt, hatte ich gefühlt 15. Ich weinte oft, brach jetzt auch mit meiner Psyche ein, weil man diese Art von Schmerzen einfach nicht aushalten kann. Normale Schmerzmittel schlugen nicht an. Ich war auch jetzt nicht mehr in der Lage, meine Familie richtig zu umsorgen. Dies war eine sehr belastende Situation für meinen Mann und meine zwei Töchter.

Im Mai 2010 entschied ich mich total zermürbt und voller Schmerzen für den ersten Krankenhausaufenthalt. Dort schilderte ich meine desolate Situation. Ich wurde einem Neurologen mit dem Verdacht auf Trigeminusneuralgie oder atypischem Gesichtsschmerz vorgestellt. Er konnte diesen Verdacht nicht bestätigen und fand dafür keine Hinweise. Weiter wurde eine Zahnärztin hinzugezogen, die einen entzündlichen Befund durch die Zahnextraktion Zahn 1/4 vorfand. Die Wunde wurde erneut geöffnet und ein Drainagestreifen eingelegt. Wieder einmal Antibiotika und Schmerzmittel. Nichts besserte sich. Alle mir verordneten Medikamente wie Ibuprofen, Paracetamol, Lyrica usw. brachten nichts. Ich erhielt weiter Physiotherapie, auch  ohne Erfolg. Während dieser Zeit kam es bei mir erstmalig auch noch zu Ohrgeräuschen. Auch hier ein negativer Befund durch einen HNO-Arzt.  Nach einem zweiwöchigem stationären Aufenthalt wurde ich entlassen. In dem Entlassungsbericht las ich etwas von deutlicher Besserung. Aber so war es nicht.

Wieder Zuhause ging der Kampf mit den Schmerzen weiter. Zum ersten Mal erlebte ich, Ärzte können mir nicht helfen und mich von meinen Scherzen befreien. In meiner Verzweiflung ging ich zu einem in der Nachbarschaft wohnenden Arzt, welcher sich mit Craniomandibulärer Dysfunktion (Fehlregulation des Kiefergelenks)  beschäftigte. Ich hatte von seinen guten Erfolgen gehört. Er fing an mich zu behandeln und klärte mich über meine krankhafte Bisssituation auf. Er wendete kinesiologische Methoden an und riet mir zu einer passenden Schiene. Ich wurde immer wieder eingerenkt. Leider konnte er sich mit meinem Zahnarzt nicht einig werden, da dieser ja an eine Vergiftung glaubte. Wieder einmal hohe Kosten, die ja leider von den Krankenkassen nicht übernommen wurden. Trotzdem behielt ich diese Diagnose im Hinterkopf. Zu dem Zeitpunkt war ich nicht mehr in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich war völlig verwirrt von vielen Diagnosen und von den Schmerzen, die sich nicht eindämmen ließen. Ich wußte nicht mehr ein und aus.

Im Juni 2010 empfahl mir meine Hausärztin einen stationären Aufenthalt in einem neurologischen Krankenhaus. Dort war ich dann für zwei Wochen. Angeschlossen an dieses Krankenhaus war auch eine Klinik für psychiatrische Erkrankungen. Wieder einmal die Hoffnung, man möge die Ursache für mein Leid finden. Es erfolgten neurologische Untersuchungen, wie eine Nervenleitbahnmessung, eine Punktion des Rückenmarks, ein CT sowie EKG. Alles ohne Befund. Ich wurde mal wieder medikamentös eingestellt ohne erhebliche Besserung Außerdem bekam ich Physiotherapie und ich nahm an Entspannungsverfahren teil. Auch hier kam es nur zu kurzfristigen Verbesserungen. Man diagnostizierte auch eine mittelschwere Depression. Bei der letzten Behandlung, meiner sehr netten Physiotherapeutin machte mir diese Mut weiter nach Alternativen zu suchen. Sie verriet mir, daß bei dem Teamgespräch der für mich zuständige Arzt die Vermutung äußerte, meine Schmerzen seien auf die Psyche zurückzuführen. Beim abschließenden Entlassungsgespräch mit diesem Arzt fragte ich ihn, was er denn an meiner Stelle machen würde mit einem Schmerzpegel von gefühlt 15. Er antwortete mir, dies würde er nicht aushalten. Ich erwiederte dann, ich müsse dies aber schon seit einem halben Jahr ertragen. Daraufhin äußerte er sich nicht mehr. Diagnose chronisches Schmerzsyndrom. Weitere Behandlung mit Pregabalin und Fentanylpflaster und Höherdosierungen sollten erfolgen. Er empfahl mir auch ein multimodales Schmerzkonzept und dann wurde ich entlassen.

Für mich war dies alles sehr unbefriedigend, denn eine innere Stimme sagte mir immer wieder, irgend etwas stimmt auch lokal nicht. Da man aber leider auf keinem MRT, CT oder Röntgenbild etwas entdecken konnte fiel ich immer wieder durchs Raster der Ärzte.  Es folgten weitere Therapieversuche wie Akupunktur und Osteopathie. Nichts half. Ich wechselte dann zu einem anderen sehr guten Arzt, der mir auch selbstlos half. Er versuchte es mit Infusionen, Ozonbehandlungen usw., aber es wurde einfach nichts besser. Auch er vermutete eine Craniomandibuläre Dysfunktion in Verbindung mit einem entzündlichen Prozess. Er verwies mich an einen bekannten Kieferchirurgen, mit der Bitte um Abklärung. Dieser diagnostizierte dann anhand eines  dreidimensionalen teuren MRT eine chronische Kieferostitis in mindestens zwei Quadranten. Ein erster Operationstermin für den schmerzenden Oberkiefer wurde im Juli 2010 vereinbart. Er bestätigte mir entzündliche Prozesse und säuberte den Knochen. Auch hier wurde mir auf Verdacht erneut ein Zahn gezogen. Er erklärte mir im Vorfeld schon, dass es ein schwieriger Weg werden würde, bis sich die Schmerzsituation verbessert. Leider blieb der Schmerz auch nach dem Eingriff unerträglich. Ich hatte keine Kraft mehr für eine erneute Operation und glaubte auch nicht mehr an eine Besserung.

Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr und ging zu einem Schmerztherapeuten, der mich medikamentös einstellte und hochdosierte. Ich nahm 900 mg Timonil (ein Antiepeleptikum), 150 mg Palexia (ein Opiat), und 25 mg Amineurin (ein Antidepressivum). Zunächst besserte sich mein Zustand für ein paar Wochen erheblich und ich war sehr erleichtert. Endlich konnte ich wieder am Leben teilnehmen. Nach ein paar Wochen allerdings wurden die Schmerzen wieder sehr stark. Er wollte mich weiter hochdosieren, aber ich sah darin keinen Sinn mehr. Denn meiner Meinung nach würde sich der Körper auch an diese Dosis wieder gewöhnen und der Schmerz erneut durchbrechen. Ein HNO- Arzt versuchte es dann bei mir mit Neuraltherapie.  Es wurde kurzfristig besser, aber auch hier nicht auf Dauer. Er veranlasste ein erneutes MRT, wieder ohne Befund. Die Medikamente nahm ich weiter. Als mein Schmerztherapeut von dieser Behandlung erfuhr, wurde er wütend und sagte mir, ich solle aufhören mit solchen Therapien, die seiner Meinung nach nichts bringen würden. Ich weiß noch, wie er mir am Anfang erklärte, er würde Eigeninitiative bei seinen Patienten begrüßen. Ich war doch sehr erstaunt über seine Reaktion. Ich gebe zu, zwischenzeitlich durch viele Recherchen im Internet und durch meine negativen Erfahrungen war ich keine einfache Patientin mehr. Ich ließ mich nicht mehr schnell von Diagnosen überzeugen. Ich fing an, so gut es ging, mit den Schmerzen weiterzuleben und resignierte erstmal. Oft genug war es unerträglich trotz der hohen Medikamentendosierung. Ich konnte es nicht fassen, daß es in unserer heutigen Zeit nicht möglich ist, einen Schmerz zufriedenstellend einzudämmen.  

Ich recherchierte weiter im Internet und suchte nach Lösungen.  Dort stieß ich auf die Internetseite von Dr. Clausen, in Lübeck (Ein Zahnarzt, Master of Science für orale Chirurgie und Implantologie, der sich u.a. auf Craniomandibuläre Dysfunktion, abgekürzt CMD) spezialisiert hat. Da ich zu dieser Zeit noch im Süden wohnte, konnte ich seine Hilfe nicht in Anspruch nehmen. Allerdings verbrachten wir schon seit Jahren unsere Urlaube im Norden. Anfang des Jahres 2012 schlug mir mein Mann vor, ich solle doch probeweise nach Norddeutschland ziehen, weil es mir dort immer besser ging. Nach anfänglichem Zögern wagte ich im September 2012, zunächst mit meiner kleinen Tochter, den Umzug an die Ostsee. Mein Mann würde dann nach Antritt seiner Rente folgen. Wir fühlten uns sehr schnell wohl und wußten schon bald, daß wir dort nicht mehr weg wollten. Nach einiger Zeit fiel mir die Praxis von Dr. Clausen wieder ein. Lübeck war nicht so weit von meinem jetzigen Wohnort entfernt und ich vereinbarte einen Termin. In dieser Praxis fühlte ich mich erneut sehr wohl und wurde dort auch freundlich empfangen. Dr. Clausen  hörte sich meine Leidensgeschichte an und nach eingehenden Untersuchungen diagnostizierte er bei mir eine Craniomandibuläre Dysfunktion. Aber er schloss auch einen entzündlichen Prozess nicht aus. Meine desolate Bisssituation musste schnellstmöglich durch eine Schienentherapie angepasst werden. Es folgten bald nötige Vermessungen und ich erhielt eine Schiene mit angepasstem Provisorium im Oberkiefer, um die fehlenden Zähne auszugleichen. Danach erfolgten immer weitere Termine zur Kontrolle und zur erneuten Anpassung der Schiene. Schon bald wusste ich, daß es sich bei Dr. Clausen um einen außergewöhnlichen Arzt und Menschen handelte. Er nahm sich immer sehr viel Zeit für mich, und stellte meine Schmerzsituation nie in Frage. Er glaubte mir immer und reduzierte meinen Zustand zu keiner Zeit auf die Psyche. Dr. Clausen unternahm alles, um mir zu helfen.

Nach ungefähr einem Jahr und mit Hilfe einer sehr guten Physiotherapeutin gelang der Durchbruch. Meine Schmerzen reduzierten sich langsam auf ein erträgliches Maß. Oft genug hatte ich jetzt auch schmerzfreie Tage. Es gelang mir, meine Medikamente zu reduzieren und zum Schluss sogar konnte ich sie ganz absetzen. Nach dem Absetzen des letzten Medikamentes geriet ich kurzfristig in eine Entzugssituation, aus der mir jedoch ein guter Gesprächstherapeut heraushalf. Meine Lebensqualität verbesserte sich erheblich. Ich konnte es gar nicht glauben und war glücklich.

Nach einem dreiviertel Jahr, im Herbst 2014, wurde der Schmerzpegel leider wieder kontinuierlich höher. Ich konnte mir nicht erklären warum. Erst glaubte ich, alles würde sich wieder beruhigen, nur dem war nicht so. Auch meiner Physiotherapeutin gelang es nicht mehr, die Schmerzsituation zufriedenstellend runterzufahren. In meiner Verzweiflung ging ich wieder auf die Suche. Ich ließ mir von einem Heilpraktiker den Atlas (erster Halswirbel) einstellen, in der Hoffnung, dies würde helfen. Die Schmerzen wurden schlimmer. Auch er vermutete einen entzündlichen Prozess im Oberkiefer mit Veränderung der Knochenstruktur. Er verwies mich an einen Kieferchirurgen mit der Bitte um Abklärung. Es wurde wieder einmal geröntgt. Er schaute sich die Bilder an und erklärte mir, es wäre schon etwas zu sehen und er würde operieren. Aber so ganz sicher war er sich nicht. Dies erschien mir dann zu vage und ich verwarf einen operativen Eingriff zunächst. Weiter hatte ich auch einfach kein Vertrauen mehr. Ungefähr zeitgleich erstellte auch Dr. Clausen eine erneute DVT-Aufnahme. Auch jetzt nahm er sich wieder sehr viel Zeit für mich und die Analyse der Röntgenaufnahmen. Auch er vermutete entzündliche Prozesse, wollte aber zu dem Zeitpunkt noch nicht operieren. Außerdem verschlechterte sich die Schienensituation zunehmend, da diese durch mein Zähnezusammenbeißen immer wieder brach. Mir ging es zunehmend schlechter und auch hier wurde mir an einem Wochenende selbstlos von Dr. Clausen und seiner Mitarbeiterin geholfen. Er vermittelte mich, auch wenn es ein Samstag war, an einen ihm bekannten Kieferchirurgen. Dieser nahm sich netterweise Zeit für mich. Er untersuchte mich und machte seinerseits auch eine Röntgenaufnahme, konnte allerdings keine entzündlichen Prozesse erkennen. Seiner Meinung nach handelte es sich hier um einen erneut ausgelösten Phantomschmerz. Er empfahl mir ein multimodales Schmerzkonzept. Ich konnte diesen hohen Pegel einfach nicht mehr aushalten und brach völlig verzweifelt in Tränen aus. Denn immer noch war ich überzeugt davon, daß lokal etwas nicht stimmt. Er spritzte mir ein Betäubungsmittel, damit der Schmerz wenigstens für ein paar Stunden auszuhalten wäre. Völlig am Ende verließ ich die Praxis und fuhr nach Hause. Dort rief ich meinem Mann an, weil ich einfach nicht mehr weiterwußte. Dieser wandte sich dann erneut an meinen Zahnarzt. Auch jetzt noch, obwohl es schon Abend war, reagierte Dr. Clausen sofort und faxte an eine Apotheke ein Rezept mit Schmerzmittel, die mir in dieser desolaten Situation helfen sollten. Leider musste ich micht jetzt wieder auf die Medikamente einlassen und fing an, Lyrica zu nehmen. Nun wurde meine Situation einigermaßen erträglich.

Auch meine Hausärzte versuchten, so gut sie es eben konnten, zu helfen. Diese empfahlen mir dann eine Schmerztherapeutin bei der ich auch schon einmal in Behandlung war. Ich erhielt für Februar einen Termin. Zwischenzeitlich  entschied sich Dr. Clausen doch für einen operativen Eingriff.  Dieser sollte im März 2015 erfolgen. Im Februar nahm ich dann meinen Termin bei der Schmerztherapeutin war. An diesem Tag ging es mir wieder einmal sehr schlecht. Nach einigen gezielten Fragen brach ich in Tränen aus und mir war einfach alles zuviel. Sie fragte mich, ob ich schon einmal darüber nachgedacht habe, mir das Leben zu nehmen. Ich antwortete, schon öfter darüber nachgedacht zu haben, erklärte ihr aber auch, daß ich dies meiner Familie niemals antun könnte. Aus den vorherigen früheren Gesprächen wußte sie schon viel über meine traumatischen Erlebnisse. Sie befürwortete einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik und meinte, dies würde mir gut tun. Ihr Standpunkt war, daß ich lernen müßte, mit den Schmerzen zu leben, welche durch die Psyche getriggert würden. Den operativen Eingriff am Oberkiefer lehnte sie strikt ab, weil sie vermutete, so würde der Schmerz noch mehr chronifiziert. Weiterhin hielt sie mich für suizidgefährdet und vereinbarte einen Termin in der dortigen Ambulanz, wo ich bei einem Oberarzt vorstellig werden sollte. Ich erklärte mich damit einverstanden. Darüber hinaus informierte sie auch meinen Hausarzt und meinen Gesprächstherapeuten und empfahl dort einen baldigen stationären Aufenthalt. Ich weiß, sie wollte mir nur helfen und ich hatte wirklich viele traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit, die ich vielleicht noch aufarbeiten muss. Aber die schlimmste Traumatisierung für mich war das Gefühl, immer wieder durchs Raster der Ärzte zu fallen, weil meine Schmerzen auf die Psyche zurückgeführt wurden. Irgendwie konnte und wollte ich dies nicht glauben. Ja, meine Psyche war angeschlagen, weil ich schon seit mehr als vier Jahren diese Schmerzen aushalten musste. Meine innere Stimme sagte mir, hier ist auch noch lokal etwas nicht in Ordnung. Nicht nur die Psyche ist der Auslöser. Als ich Dr. Clausen von dem Gespräch mit der Schmerztherapeutin erzählte, war er sehr erschrocken darüber, daß man mir zu einem stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik riet. Dies bestärkte ihn nun noch mehr, diesen operativen Eingriff vorzunehmen.

Auch ich entschied mich trotz aller Widrigkeiten für diese Operation, welche im März erfolgte. Dr. Clausen vermutete ja einen entzündlichen Prozess, aber was er dann so alles in meinem Kiefer vorfand, erstaunte ihn doch sehr. Zum einen war ein Loch in meinem Kieferknochen, aber nicht nur dies: Er entdeckte dort matschiges Knochengewebe, Fremdkörper und viel entzündliches Material, welches er entfernte. All dies hielt er fotografisch fest. Endlich wurde meine Vermutung bestätigt. Tatsächlich gab es einen lokalen Befund. So schnell, wie ich erhofft hatte ließen sich die Schmerzen, die ich ja jetzt schon über vier Jahre hatte, nicht eindämmen. Doch jetzt war ja auch erst einmal die Grundlage für eine irgendwie geartete Heilung geschaffen. Und ja, nun kommt wohl auch das Schmerzgedächtnis zum Tragen. Weiterhin spielt auch noch die Craniomandibuläre Dysfunktion mit hinein, die jetzt durch erneute Vermessungen und  Anfertigung einer neuen Schiene weiterverfolgt wird. Die Schnmerzsituation verbessert sich jedoch stetig. Ich werde wohl noch einige Zeit Geduld haben müssen, doch jetzt weiß ich, daß ich es mit der Hilfe von Dr. Clausen schaffen werde.

Ich meinerseits habe selten einen so ambitionierten Arzt und ein so tolles Mitarbeiterteam erlebt. Niemals hat er aufgehört, nach einer Verbesserung für meine schwierige Lage zu suchen. Er hat alles dafür getan und wird auch weiterhin alles dafür tun, damit  meine Lebensqualität erhöht wird und ich in baldiger Zukunft ein schmerzfreies Leben führen kann. Das Wichtigste für mich ist, Dr. Clausen hat mich immer und zu jeder Zeit ernst genommen. Auch hat er niemals geglaubt, daß die Psyche der Auslöser meiner Schmerzsymptomatik ist.

Es geht mir hier auch nicht darum, andere Ärzte oder Therapeuten schlechtzureden. Mit wenigen Ausnahmen, haben alle versucht, mir zu helfen und aus deren Sicht ihre Entscheidungen getroffen.

Ich meinerseits würde mir wünschen, daß manche Ärzte auch einmal über die Kirchturmspitze hinausschauen könnten und nicht nur auf ihr Erlerntes beharren, sondern dem Gefühl ihrer Patienten vertrauen würden, auch wenn es zunächst durch unsere medizinisch bildgebenden Verfahren nicht sichtbar gemacht werden kann.

Weiterhin wäre es schön, wenn die Kassen und Ärzte Krankheiten wie Craniomandibuläre Dysfunktion oder auch eine chronische Kieferostitis anerkennen würden. Damit könnte man wohl vielen noch leidenden Patienten helfen, die sicher nicht alle in der Lage sind, die dafür anfallenden Kosten selber zu tragen. Auch die Arbeit der Ärzte, die für die Anerkennung dieser Krankheiten kämpfen, würde dadurch erleichtert.

Ich weiß, auch ich bin noch nicht am Ende des Weges angelangt, aber jetzt werde ich es schaffen! Meine Lebensqualität hat sich um 80% gesteigert und mein Schmerzpegel ist momentan bei einer Skala von 10 auf 2-3 gesunken. Wenn dies so bleibt, und davon gehe ich aus, bin ich der glücklichste Mensch auf der Erde.

Ich bin jedenfalls froh, einen so versierten und auf seine Patienten eingehenden Arzt gefunden zu haben. Einen Arzt, der mir geglaubt hat und mich immer ernst genommen hat. Er und sein außergewöhnlich nettes Team verdienen meinen größten Respekt und meine Hochachtung.

Dafür möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken!
 

Die Patientin möchte aus persönlichen Gründen anonym bleiben. Wir akzeptieren diese Entscheidung und nennen daher ihren Namen und Wohnort nicht.

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