Kinderzähne – von Anfang an gesund

Gesunde Zähne sind kein Zufall! Vielmehr sind sie das Ergebnis sorgfältiger Zahnpflege. Und die beginnt nicht im Teenager- oder gar Erwachsenenalter, sondern bereits mit dem ersten Kinderzahn.

Eltern und auch die Großeltern können meist ein Lied davon singen, wenn beim Baby die ersten Zähne kommen. Doch schon lange bevor der erste Zahn zu sehen ist, besser noch vor der Geburt des Kindes, müssen sich Eltern Gedanken um die Zahngesundheit ihrer Kinder machen. Die Bakterien, die im Mund des Menschen aus zucker- und mehlhaltigen Speisen die schädlichen Säuren produzieren und letztlich zu Karies führen, nehmen Kinder erst nach der Geburt aus der Umwelt auf. Zur Umwelt gehören natürlich auch die Eltern. Ist es um die Zahngesundheit und Mundhygiene der Eltern schlecht bestellt, steht es auch für den Nachwuchs schlecht.

Der erste Zahn

Mit etwa sechs Monaten brechen die ersten Zähne in der Mitte des Unterkiefers durch. Auch wenn Eltern in dieser Phase meist genug um die Ohren haben, beginnt bereits jetzt die Zahnpflege. Mit einer kleinen, weichen Kinderzahnbürste und einer leicht fluoridhaltigen Zahnpasta sollten Eltern die ersten Milchzähne ihrer Kinder täglich putzen. Da Kinder viele Dinge nachahmen, werden sie – ein gutes Beispiel der Eltern vorausgesetzt – mit ein bis anderthalb Jahren in der Regel eine eigene Zahnbürste verlangen und wie die Großen „Zähneputzen spielen“. Das ist ein guter Anfang, dennoch müssen die Erwachsenen mindestens einmal am Tag – am besten abends - die Zähne der Kleinen nachsäubern.

Mit Putzen allein ist es nicht getan

Wie bei Erwachsenen auch, sind Lebens- und Ernährungsgewohnheiten ein zentraler Faktor für die Zahngesundheit. Zucker und Weißmehl, aber auch Fruchtzucker erhöhen nach dem Essen den Säuregehalt im Mund und diese Säuren greifen den Zahnschmelz an. Auch den der Milchzähne! Erst langsam wird nach einer Mahlzeit der Säuregehalt im Mund wieder neutralisiert. Wer seinem Kind ständig etwas zu essen zusteckt, hält den pH-Wert konstant sauer. „Ein Dauerlutscher ist folglich viel schädlicher als beispielsweise eine schnell verschlungene Tafel Schokolade“, erläutert die Lübecker Zahnärztin Dr. Stefanie Clausen-Kestermann. Noch viel schlimmer ist die sogenannte „Nursing bottle“, die Saugerflasche, die die Kinder teils permanent mit gesüßten Getränken oder fruchtzuckerhaltigen Säften ruhig halten. Der Zucker führt zur steten Säurebildung und zu einer Ausdünnung des ansonsten widerstandsfähigen Zahnschmelzes. Das begünstig die Kariesbildung. „Feste Essenszeiten sind daher wichtig, damit sich das Milieu im Mund zwischen den Mahlzeiten selbst regulieren kann“, so die Zähnärztin.

Das volle Milchgebiss

Spätestens mit dem vollständigen, aus 20 Zähnen bestehenden Milchgebiss steht für die zwei bis zweieinhalb Jahre alten Kinder der erste Zahnarztbesuch auf dem Programm. „Nehmen Sie Ihre Kinder einfach zu Ihren regelmäßigen Kontrolluntersuchungen mit“, empfiehlt Dr. Clausen-Kestermann. Der Spieltrieb und die Neugier der Kids sind bei den ersten spielerischen Untersuchungen die größten Helfer der Zahnärzte. Begriffe wie Angst, Schmerzen, Spritze oder Bohren gehören nicht ins Kinderohr, Drohungen mit dem Zahnarztgang schon gar nicht.  Nur so behält der Zahnarztbesuch auch später etwas Alltägliches und Angstfreies. Zudem ist ab zwei Jahren täglich zweimaliges Zähneputzen mit einer altersgerechten Zahnbürste und fluoridierter Kinderzahnpasta angezeigt. Ab dem dritten Lebensjahr sollten Eltern das spielerische Zähneputzen weiterentwickeln und die Putztechnik verfeinern, denn in dieser Phase werden die Zahnhygienegewohnheiten entscheidend geprägt. Die richtige Mundhygiene bewahrt nicht nur die Milchzähne vor Karies, sondern auch die bleibenden Zähne. „Haben die Milchzähne wegen mangelnder Mundhygiene bereits Karies, werden auch die zweiten Zähne mit hoher Wahrscheinlichkeit kariös“, so die Zahnärztin. Außerdem ist der Erhalt des Milchgebisses nicht nur für die Kaufähigkeit, sondern auch für die Sprachentwicklung wichtig. Milchzähne sind zudem auch Platzhalter für zweiten Zähne. Ein zu früher Verlust begünstigt spätere Zahnfehlstellungen.

Das Wechselgebiss

Spätestens mit dem Schulalter müssen alle Verhaltensweisen, die ungünstig für die Mundhygiene sind, abgestellt sein. Die Kinder putzen ihre Zähne jetzt mit Erwachsenenzahnpasta, da diese einen deutlich höheren Fluoridgehalt hat. Doch trotz zunehmender motorischer Fähigkeiten und wachsender Selbstständigkeit der Kinder sollten Eltern auf gründliches und regelmäßiges Zähneputzen achten. „Erst wenn Kinder gut schreiben können, klappt es auch motorisch wirklich mit dem richtigen Zähneputzen“, so Dr. Clausen-Kestermann. Etwa mit der Einschulung einher geht meist auch der Zahnwechsel. Zunächst fallen die Milchschneidezähne aus und machen größeren Frontzähnen Platz. Bis zum zwölften oder dreizehnten Lebensjahr dauert es, bis alle bleibenden Zähne vorhanden sind. Diese sollten die Kinder durch ihr gesamtes Leben begleiten. Folglich ist mit dem Zahnwechsel die selbe Sorgfalt bei der Mundhygiene erforderlich wie bei den Erwachsenen. Richtiges und regelmäßiges Zähneputzen, der Einsatz von Zahnseide, gesunde Ernährung, zwei Zahnarztbesuche im Jahr – dann ist schon viel für die Zahngesundheit getan.

Der Zahnärztliche Kinderpass

Damit die Kinder mit gesunden Zähnen aufwachsen und hoffentlich ein Leben lang kräftig zubeißen können, hat die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein einen Zahnärztlichen Kinderpass aufgelegt, der die Inhalte der Vorsorgeuntersuchungen aufzeigt, deren Ergebnisse protokolliert und der Eltern wichtige Informationen zur Zahngesundheit ihrer Kinder gibt. Diesen Pass gibt es beim Zahnarzt. Die Mühen  lohnen sich, die Kinder werden es später den Eltern danken.

Dr. Clausen & Partner: Dr. Klaus-Peter Clausen (Master of Science für orale Chirurgie und Implantologie, links), Dr. Stefanie Clausen-Kestermann (Zahnärztin, Zertifizierte Implantologin) und Dr. Jan-Ole Clausen (Zahnarzt, Zertifizierter Implantologe, rechts).    

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