Karies und Parodontitis – die häufigsten Zahnerkrankungen

Karies und Parodontitis sind die beiden häufigsten Erkrankungen im Mund. "Die meisten Probleme oder Schmerzen sind auf diese beiden Faktoren zurückzuführen. Ihre Behandlung macht den Großteil der Arbeit eines Zahnarztes aus ", sagt der Lübecker Zahnarzt Dr. Jan-Ole Clausen.

Sauer ist nicht lustig

Karies, landläufig auch als Zahnfäule bezeichnet, ist eine bakteriell bedingte Erkrankung der Zahnsubstanz. Jeder Mensch - ausgenommen Neugeborene - hat eine natürliche und zunächst ungefährliche Bakterienflora im Mund. Darunter befinden sich jedoch auch Bakterienarten, Laktobazillen und bestimmte Streptokokken, die zum Problem werden können. Diese Bakterien lieben Zucker, sie leben davon. Doch nicht der Zucker selbst ist das Problem, sondern die organischen Säuren, die die zuckerfressenden Bakterien beim Stoffwechsel produzieren. Diese Säuren entziehen dem Zahnschmelz wichtige Mineralien und machen ihn mit der Zeit weich. Hinzu kommen Säuren in Speisen, etwa durch viel Obst und Zitrusfrüchte, die den Zahnschmelz ebenfalls angreifen.

Karies geht auf die Nerven

Ist der Zahnschmelz erst durchdrungen, befällt der Karies auch das sogenannte Dentin (Zahnbein). Da das Dentin aus weniger Mineralanteilen besteht als der Zahnschmelz, ist es deutlich weicher. Dadurch kann die Karies schneller voranschreiten. Spätestens wenn die Bakterien das Zahnmark (Pulpa) und damit auch der Nerv erreicht haben, sind Nervenentzündung und starke Schmerzen nahezu unausweichlich. Hält die Entzündung an, ist das Absterben des Nervs und das Übergreifen der Entzündung auf Wurzelkanal und Kieferknochen wahrscheinlich. Der gesamte Halteapparat wird zerstört. Ob der Zahn locker wird oder wegen Instabilität „zerbröselt" – das Ergebnis ist gleich: der Verlust des Zahnes.

Rechnung mit dem Wirt

Doch soweit muss es nicht kommen, vorausgesetzt Zahnpflege und Mundhygiene stimmen. Die tägliche Zahnpflege spielt eine grundlegende Rolle. Zähneputzen entfernt zunächst die sogenannte Plaque, jenen weiche Belag, der als idealer Nährboden für Bakterien gilt. Zudem trägt eine fluoridhaltige Zahnpasta dazu bei, den von Säuren angegriffenen Zahnschmelz wieder zu remineralisieren und damit zu härten. Damit sind bereits die wichtigsten der sogenannten Wirtsfaktoren beseitigt.

Pflege zeigt Wirkung

Auch der Faktor Zeit spielt eine Rolle. Je länger das Milieu im Mund sauer ist, desto stärker wird der Zahnschmelz angegriffen. Nach dem Essen sinkt der ph-Wert. Wird der schnell durch Speichel, spezielle Kaugummis oder Zähneputzen neutralisiert, können keine Säuren mehr auf den Zahnschmelz einwirken. Aus diesem Grund verbietet sich beispielsweise das Betthupferl, aber auch ständiges Essen über den Tag ist nicht zahnfreundlich, denn das Milieu wird dauerhaft im saueren Bereich gehalten. Werden diese Faktoren berücksichtigt, ist schon viel erreicht. Wird dann noch der Zahnarzt regelmäßig besucht, damit der frühzeitig handeln kann, hat Karies kaum eine Chance. „Tatsächlich ist Karies seit Jahren auf dem Rückmarsch", stellt Dr. Clausen fest. Bessere Pflegeprodukte, mehr Aufklärung und steigende Sensibilität der Menschen zeigen Wirkung.

Parodontitis – Gefahr auch für gesunde Zähne

„Leider gilt das nicht für die Parodontitis", so Dr. Clausen. Auch für diese Erkrankung, die nicht den Zahn sondern das Zahnfleisch und den Kieferknochen befällt, sind Bakterien verantwortlich. „Das sind sogenannte Anaerobier, die im sauerstofffreien Milieu leben", sagt der Zahnarzt. Sie lieben es warm, feucht und relativ ungestört und siedeln sich am Zahnfleischrand und vorzugsweise in Zahnfleischtaschen an. Deren Stoffwechselprodukte regen den Körper zu Abwehrreaktionen an. Dabei entstehen unter anderen auch Enzyme, die das eigene Gewebe schädigen. Das Zahnfleisch entzündet sich und geht zurück. Die Bakterien rücken nach und dringen immer tiefer zwischen Zahn und Zahnfleisch ein. In der Folge werden auch die Shapeyschen Fasern, die Zahn und Knochen miteinander verbinden, geschädigt. Parallel findet ein Abbau des Kieferknochens statt, der gesamte Halteapparat wird zerstört. Am Ende steht auch hier der Zahnverlust – auch wenn der Zahn selbst kerngesund ist.

Sicherheit durch professionelle Zahnreinigung

Erkennungsmerkmale der Parodontitis sind geschwollenes und blutendes Zahnfleisch, Schmerzen und oft auch Mundgeruch. „Oft merken die Betroffenen aber auch gar nichts", sagt Dr. Clausen. Damit es erst gar nicht zur Zahnfleischentzündung kommt, ist regelmäßiges Zähneputzen die erste Maßnahme. „Insbesondere die Zahnfleischränder und Zahnzwischenräume müssen sorgfältig gereinigt werden", so der Zahnarzt.

Bürsten für die Zahnzwischenräume

Der Einsatz von Zahnseide und Bürsten für die Zahnzwischenräume ist empfehlenswert, Mundspülungen und Mundduschen können unterstützend wirken. Vorbeugend oder bei ersten Anzeichen der Parodontitis ist zudem die zahnmedizinische Prophylaxe (ZMP) sehr sinnvoll. Unter anderem entfernt die Prophylaxeassistentin die Bakterien mechanisch - auch dort, wo die Zahnbürste nicht hinkommt. „Halbjährlich, bei entsprechender Indikation auch vierteljährlich", lautet die ZMP-Empfehlung. Damit verlieren nicht nur Karies und Parodontitis ihre Schrecken, ganz nebenbei gibt es strahlend saubere Zähne, mit denen man gut lachen hat.

Bei Zahnarztangst genau die richtigen Ansprechpartner: Dr. Clausen und Partner in Lübeck

Dr. Clausen & Partner: Dr. Klaus-Peter Clausen (Master of Science für orale Chirurgie und Implantologie, links), Dr. Stefanie Clausen-Kestermann (Zahnärztin, Zertifizierte Implantologin) und Dr. Jan-Ole Clausen (Zahnarzt, Zertifizierter Implantologe, rechts).

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