Tinnitus – eine CMD kann schuld sein

Eine CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) kann viele Symptome aufweisen, und daher ist es vor allem für den Patienten schwierig, eine CMD frühzeitig zu erkennen. Auch Ohrgeräusche, die als Tinnitus bezeichnet werden, können durch eine CMD ausgelöst werden. Im Folgenden erklären wir Ihnen, was eine CMD ist, wie sich ein Tinnitus äußert und wie dieser im Falle einer CMD behandelt wird.

Was ist eine CMD?

Die CMD bezeichnet eine Kieferfunktionsstörung und tritt dann auf, wenn eine gestörte Okklusion vorliegt. Die Okklusion meint den Kontakt der Zähne des Ober- und Unterkiefers zueinander. Durch unterschiedlichste Ereignisse kann es zu einer Störung der physiologischen Okklusion kommen, was wiederum zu einer Fehlstellung in den Kiefergelenken führt. Dadurch, dass sich die Zähne und somit auch die Kiefergelenke nicht in ihren optimalen Positionen befinden, entstehen zunächst Muskelverspannungen im Kopf-und Nackenbereich und später weitere Symptome, die sich auf den gesamten Körper auswirken können. Seien es Rücken-, Kopf-  oder Knieschmerzen, oder eben auch Ohrgeräusche wie der Tinnitus.

Was ist der Tinnitus und wie entsteht er?

Der Tinnitus ist ein vom Menschen wahrgenommenes Ohrgeräusch, das nicht auf dem Schall, der sonst wahrgenommen wird, beruht. Er wird von Tinnitus-Betroffenen als ein unangenehmes, stetiges Piepen, Pfeifen oder Rauschen beschrieben. Somit ist der Tinnitus nichts Anderes als eine gestörte Hörfunktion des Menschen.

Der Tinnitus wird nicht als eine eigenständige Krankheit, sondern als Symptom anderer Krankheiten oder manchmal auch als Syndrom bezeichnet. Denn er resultiert meistens aus anderen Beschwerden oder Belastungen, wie z.B. Stress, Mittelohrerkrankungen, Virusinfektionen, Vergiftungen oder Kieferfehlstellungen.

Unser Hörorgan besteht aus dem äußeren Ohr, dem Mittelohr und dem Innenohr. Das Kiefergelenk wie auch die Halswirbelsäule stehen in direkter Nachbarschaft zu dem äußeren Ohr. Hier liegen viele Nervenbahnen, die direkt zwischen Gehörgang bzw. Mittelohr und dem Kiefer und der Halswirbelsäule verlaufen. Je nachdem, was die Ursache für den Tinnitus ist, sind dann diese Nervenbahnen betroffen und wirken sich entsprechend auf das Hörorgan aus.

Was hat der Tinnitus mit einer CMD zu tun?

Das Kausystem und das Ohr sind anatomisch wie auch muskulär miteinander verbunden. Durch eine gestörte Okklusion, also eine Zahnfehlstellung, wird vermehrter Druck auf die Kaumuskulatur und das Kiefergelenk ausgeübt, als dies normalerweise der Fall ist. Ein Teil der Kiefergelenkskapsel, die von Nervenbahnen und Blutgefäßen geprägt ist, wird als bilaminäre Zone bezeichnet. Wird nun auf diese Zone vermehrt Druck ausgeübt, wie es bei einer CMD der Fall sein kann, kann ein Ohrgeräusch entstehen. Denn diese Zone ist sehr empfindlich und befindet sich genau zwischen Mittelohr und Kiefergelenk.

Wie wird der Tinnitus bei einer CMD behandelt?

Wie auch bei anderen Symptomen der CMD gilt es, auch den Tinnitus ganzheitlich und mit verschiedenen Fachärzten zu behandeln. Da ein Tinnitus in erster Linie auf das Gehör zurückgeht, ist es ratsam, zunächst einen Hals-Nasen-Ohren Arzt aufzusuchen. Dieser kann im ersten Schritt eine andere Erkrankung des Hörorgans ausschließen.

Auch der Orthopäde sollte konsultiert werden, um eine Störung der Halswirbelsäule ausschließen zu können. Denn wie bereits gesagt, sind die Nervenbahnen der Halswirbelsäule direkt mit denen des Gehörs verbunden.

Ein spezialisierter Zahnarzt, der sich mit der CMD auskennt und diese zu behandeln weiß, kann durch einfache Tests einen Zusammenhang zwischen der CMD und dem Tinnitus erkennen.

Sollte der Tinnitus aufgrund der CMD entstanden sein, wird mittels einer Funktionsanalyse festgestellt, was genau der Auslöser war. In der Regel entsteht ein Tinnitus im Rahmen einer CMD, wenn die Kiefergelnksfehlstellung eine laterale Komponente hat, d.h. Wenn der Unterkiefer gegenüber dem Oberkiefer seitlich verschoben ist.

Häufig wird eine CMD mittels einer speziellen Schiene behandelt, die den Biss wieder in die richtige Position führt und das Kiefergelenk entspannt.

Zusätzlich zu der zahnärztlichen Behandlung sollten auch Auslöser wie Stress oder psychosomatische Probleme berücksichtigt werden. Tinnitus entsteht oft durch derartige Probleme und sollte entsprechend, eventuell zusätzlich zu der zahnärztlichen Behandlung, mittels Entspannungstechniken (Yoga, autogenes Training, Muskelentspannung, Physiotherapie) und/oder Gesprächstherapien behandelt werden.

Lieber früher als später zum Arzt

Beim Tinnitus gilt: Besser schneller zum Arzt gehen, als lange abwarten. Sobald Sie Ohrgeräusche verspüren, die nicht mehr weggehen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Denn je länger und somit chronischer ein Tinnitus wird, umso schwieriger ist er (erfolgreich) zu behandeln. Daher zögern Sie bitte nicht, uns oder einen unserer Kollegen aus anderen Fachbereichen anzusprechen, sobald Sie einen Tinnitus bei sich vermuten.

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