Zähneknirschen als Ursache oder Folge einer CMD

Eine CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) kann viele Ursachen haben. Eine davon kann das Zähneknirschen sein, auch als Bruxismus bezeichnet. Zähneknirschen verändert die Bisslage und kann daher weitere Symptome hervorrufen, die eben auch zu einer CMD führen können. Andersherum kann eine CMD aber auch erst das Zähneknirschen hervorrufen. Im Folgenden erklären wir Ihnen, was unter einer CMD und unter Bruxismus zu verstehen ist, was der Bruxismus für Folgen haben kann und wie das Zähneknirschen behandelt wird.

Was ist eine CMD?

Eine Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, beschreibt eine Fehlfunktion zwischen Ober-und Unterkiefer, welche über die Kiefergelenke miteinander verbunden sind. Durch die Verschiebung der Gelenke und der damit verbundenen Veränderung des Gelenkspaltes und Traumatisierung des Diskus entstehen weitere Symptome, die sich auf den gesamten Körper auswirken können. Körper und Gehirn versuchen das Ungleichgewicht zwischen den Gelenken zu kompensieren, wodurch es zu extremen Muskelverspannungen kommen kann. So können Rücken, Beine oder Hüfte bei einer CMD Probleme bereiten. Ebenso können aber auch Kopfschmerzen, Tinnitus, Schwindel und weitere Symptome von einer CMD ausgelöst werden.

Was bedeutet Bruxismus?

Bruxismus bezeichnet das Zähneknirschen, Zähnepressen oder Zähneklemmen. Beim Zähneknirschen reiben die Zähne unbewusst aufeinander oder gegeneinander. Das Zähnepressen beschreibt das starke Aufeinanderpressen der Zähne des Ober- und Unterkiefers ohne Bewegung. Durch den großen Druck werden die Zähne und der Knochen stark traumatisiert, der Zahnnerv (Pulpa) kann dadurch regelrecht geschädigt werden. Im schlimmsten Fall kann dadurch ein Zahn absterben und ausfallen.

Es ist zwischen Schlaf- und Wachbruxismus zu unterscheiden. Häufig knirschen Menschen nachts mit den Zähnen, jedoch gibt es auch Menschen, die tagsüber unbewusst ihre Zähne gegeneinander reiben oder pressen. Ursachen und Folgen des Bruxismus können stark variieren. Eine CMD kann eine Ursache sein, denn durch einen falschen Biss kann es dazu kommen, dass die Zähne zum Ausgleich gegeneinander pressen oder reiben. Umgekehrt kann aber auch der Bruxismus die CMD hervorrufen.

Was sind die Ursachen für das Zähneknirschen?

Jedoch gibt es auch andere Gründe für Bruxismus, nicht immer muss eine Kiefergelenkserkankung der Auslöser sein. Seelische Störungen, Sorgen und Stress können Zähneknirschen ebenfalls hervorrufen. Nachts werden die Sorgen und der Stress häufig unterbewusst verarbeitet, wodurch ein Zähneknirschen begünstigt werden kann.

Zudem wird vermutet, dass auch bestimmte Drogen wie Nikotin, Alkohol, chemische Drogen, aber auch sogenannte “Alltagsdrogen” wie Kaffee einen Einfluss auf das zentrale Nervensystem haben und ein Zähneknirschen bewirken können. Häufig werden diese Mittel aber eher als Co-Ursachen, nicht als Hauptursachen für Bruxismus betrachtet. Sind Kiefergelenkserkankungen die Ursache, liegt ein Problem der Okklusion vor. Dies bedeutet, dass der Biss verschoben ist und Ober- und Unterkiefer nicht richtig aufeinandertreffen.

Symptome von Bruxismus

Bruxismus kann vielseitige Symptome zeigen.. Zum einen sind das Schmerzen an den Zähnen und in den Kiefergelenken. Menschen, die nachts mit den Zähnen knirschen, wachen am nächsten Morgen oft mit einem geräderten Gefühl auf und verspüren einen Druck im Kieferbereich. Sie fühlen sich müde, büßen auch oft an Konzentration und Leistung ein. Zudem reiben sich die Kauflächen und Zähne stark ab, sodass diese beschädigt werden. Auch Risse in den Zähnen oder Zahnbruch können durch Bruxismus entstehen. Zahnfleischrückgang, der sich im schlimmsten Fall zu einer Parodontitis und unbehandelt zu Zahnverlust oder Knochenabbau führen kann, ist ebenfalls möglich.

Zähneknirschen kann auch Kopf- und Nackenschmerzen begünstigen. Da die Kaumuskulatur eng mit der Wirbelsäule verbunden ist, kann Bruxismus sich auf den gesamten Körper auswirken. So können auch Rücken- oder Knieschmerzen aufgrund des falschen Bisses und dem dadurch bewirkten Zähneknirschen entstehen. Je nach Ursachenkette und individuellem Fall können also viele Symptome auftreten, die mit dem Bruxismus und letztlich mit der CMD zutun haben.

Folgen von Bruxismus

Bruxismus kann weitreichende Folgen haben. Wie bereits erwähnt, führt er zu Schmerzen, die sich auf den gesamten Körper und nicht nur auf die Zähne beziehen können. Die Abweichung der Bisslage von ihrer Norm wird von dem gesamten Körper wahrgenommen, der einen Ausgleich versucht und dadurch den Körper zu Verspannungen führt. Muskelverhärtungen, akute oder chronische Schmerzen sind dann der Fall. Natürlich leidet auch die Psyche unter dem Zähneknirschen. Schlafstörungen und nervliche Belastungen können dann die Folge sein. Denn wenn man von seinem Zähneknirschen weiß, ist es nicht unbedingt leichter, nachts beruhigt zu schlafen. Zahnverlust ist die schlimmste Folge, die ein Bruxismus bewirken kann.

Behandlung von Bruxismus

Generell gibt es kein einheitliches Behandlungskonzept für Bruxismus, da er je nach individuellem Fall ganz unterschiedlich ausfallen kann. Je nachdem, um welche Art von Bruxismus es sich handelt und welche Symptome und Folgen er verursacht, muss entsprechend gehandelt werden. Es sollte in jedem Fall versucht werden, dem Bruxismus entgegen zu wirken, was sehr schwer ist, da das Gehirn das Zähneknirschen meist schon als normales Verhaltensmuster abgespeichert hat.

Da die Zähne langfristig durch die Überbelastung zerstört werden können , wird in den meisten Fällen zunächst eine Aufbissschiene angefertigt, da diese die Zähne vor weiterer Abnutzung schützt und die Beanspruchung der Kaumuskulatur mindert. In vielen Fällen ist eine fachübergreifende Therapie sinnvoll. So zum Beispiel, wenn der Schlaf durch das Zähneknirschen stark beeinträchtigt ist. Dann kann ein homöopathischer Ansatz mit pflanzlichen Mitteln zur Entspannung und Schlafförderung vorübergehend unterstützend hilfreich sein. Letztlich erfolgt die Behandlung aber durch den Zahnarzt, der mit Schiene und weiteren Maßnahmen wieder für den korrekten Biss des Patienten sorgt.

Dr. Jan-Ole Clausen, Dr. Stefanie Clausen-Kestermann und Dr. Klaus-Peter Clausen freuen sich auf Sie!

In unserem CMD Zentrum finden Sie u.a. die Behandlungsmöglichkeiten und weitere Symptome einer Craniomandibulären Dysfunktion. Zudem finden Sie dort auch einen Selbsttest, mit dem Sie vorab schon einmal ausschließen können, ob bei Ihnen eine CMD vorliegen könnte, oder nicht.

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